15. Februar 2012

Reise ins Land des Gelben Flusses: Yundis chinesisches Album "The Red Piano"

Wuchtige Klavierromantik voller Emotionen, Virtuosität und Klangpoesie: das ist die Welt des chinesischen Pianisten Yundi, der seit seinem Triumph beim Warschauer Chopin-Wettbewerb im Jahr 2000 zu den ganz großen Klavierentdeckungen gehört.

Chopin war auch der Komponist, dem er sich bei seinen ersten beiden EMI-Produktionen ganz und gar verschrieben hat. Jetzt widmet sich Yundi, der nicht nur in seinem Heimatland wie ein Popstar gefeiert wird, ganz großem chinesischen Repertoire.

Im Zentrum des Albums The Red Piano steht das berühmte, ungemein melodiöse wie effektvolle Yellow River Concerto, ein spätromantisches, zwischen großem Virtuosenkonzert und Sinfonischer Dichtung angesiedeltes Klavierkonzert aus dem Jahre 1939 von Xian Xinghai. Doch über diesen asiatischen Musikklassiker hinaus zeigt sich Yundi mit einer Fülle an pianistisch dankbaren Volksmusikbearbeitungen als großer Botschafter chinesischer Kultur. Diese Solowerke  folgen in ihrem Stil den Rhapsodien Franz Liszts, basieren freilich auf traditionellen Melodien Chinas und entführen das Publikum in ebenso illustrativen wie virtuosen Klangbildern in unterschiedliche Provinzen des Landes, streifen verschiedenste Themen und Traditionen – etwa die berühmte Peking-Oper – und erzählen von Liebe,  Landschaften und  Kriegsschicksalen. Viele der Bearbeitungen stammen aus der Feder des chinesischen Komponisten Zhang Zhao und entstanden eigens für Yundi, dessen Spiel längst viele Komponisten in China inspiriert.