15. September 2011

Ein Wunderkind wird 40: Die "Anthology" für Thomas Adès mit Ersteinspielungen

Es war Simon Rattle, der das entscheidende Zeichen setzte: 2002 brachte er für sein Antrittskonzert als Chef der Berliner Philharmoniker ein Werk des britischen Komponisten Thomas Adès mit. In den letzten Jahren hat der 1971 geborene und schon früh als Wunderkind bezeichnete Thomas Adès so viele Bewunderer gewonnen wie kaum ein zweiter Schöpfer zeitgenössischer Musik. Zum 40. Geburtstag erscheint nun das Album Anthology. Die Doppel-CD zeichnet die außergewöhnliche Karriere des Musikers nach und enthält neben berühmten Beispielen seines Schaffens zwei Ersteinspielungen.
Adès‘ Zusammenarbeit mit Videokünstlern, Architekten und Choreographen sorgte für große mediale Präsenz. Vielseitigkeit ist auch prägend für seine Musik: Adès interessiert Klassik genauso wie Jazz und E-Musik-Avantgarde. Seine Musik pendelt »zwischen wagemutiger Atonalität und schwelgerischer Spätromantik«, die Musik »schwingt eben noch sensibel aus und packt doch im nächsten Moment zu« (Spiegel Online). Anthology vereint auf 2 CDs Klavier- und Kammermusikwerke, aber auch Orchester- und sinfonische Vokalmusik — darunter die frühe Chamber Symphony des 22-Jährigen und als prominentes Zeugnis der reiferen Schaffensphase das hochvirtuose Violin Concerto von 2005. In Ersteinspielung sind die Mazurkas dabei, die Adès für das Jubiläumsjahr 2010 zum Chopin-Gedenken schrieb, sowie die Konzertparaphrase aus Themen seiner überaus populären Oper Powder Her Face — beides mit dem Komponisten am Klavier.