10. September 2009

Von Planeten und Skythen: Sir Simon Rattle very british und very russisch

Simon Rattle verbindet man heute untrennbar mit den Berliner Philharmonikern, die der Dirigent in eine neue Epoche ihres mittlerweile über 125-jährigen Bestehens geführt hat. Doch auch in seiner englischen Heimat leistete der Top-Dirigent Großartiges: In den 80er verwandelte er das City of Birmingham Symphony Orchestra in ein international angesehenes Spitzenensemble. Zwei Boxen mit wichtigen Aufnahmen seiner Karriere zeigen Rattle im Spannungsfeld verschiedener Phasen seines Wirkens — mit britischer Musik aus Rattles Heimat und mit Orchestermusik Russlands.
Rattle brachte mit Elan und Entdeckerfreude den typischen Klang englischer Partituren auf die andere Seite des Kanals. Das zeigt die Box BRITISH MUSIC mit Rennern wie Elgars Enigma-Variationen, aber auch mit Entdeckungen wie der Musik von Percy Grainger, den Orchesterliedern von Ralph Vaughan-Williams bis hin zu den modernen Werken eines Thomas Adès oder Mark-Anthony Turnage. Einige britische Highlights nahm Rattle mit den »Berlinern« auf — so Holsts Planeten und Elgars Pomp and Circumstances Marches. Rattles große »russische Stunde« schlug mit den Berliner Philharmonikern: Dokumente wie Mussorgksys Bilder einer Ausstellung, die zweite Sinfonie von Borodin oder die 14. von Schostakowitsch werden ewige Juwelen des Katalogs bleiben. Neben einigen Aufnahmen mit dem CBO (wie die Skythische Suite von Prokofieff) ist Rattle hier auch am Pult des Los Angeles Philharmonic und des Philharmonia Orchestra zu erleben.