23. September 2011

Die betörenden Stimmen des "Goldenen Chors": Les Arts Florissants a cappella

Im September 2010 präsentierte sich der Chor des weltweit bekannten Ensembles Les Arts Florissants in der Benediktinerabtei im französischen Ambronay mit einem Programm, das dem Publikum nicht nur große Schätze der Barockmusik nahebrachte, sondern auch eine besondere Seite des Ensembles zeigte. Eigentlich als Barockorchester in Verbindung mit Gesangsstimmen berühmt, ist hier der Chor a cappella zu erleben - mit Kompositionen von Domenico Scarlatti, Antonio Lotti, Giovanni Legrenzi, Leonardo Leo und Antonio Caldara.
1979 gründete William Christie Les Arts Florissants und schrieb mit unzähligen Wiederentdeckungen, aber auch mit Interpretationen bekannter Barockwerke auf CD wie in Konzertprogrammen Musikgeschichte. Seit einiger Zeit teilt er sich die dirigentischen Aufgaben mit Paul Agnew, der nicht nur Ensembles leitet, sondern auch ein herausragender Tenor ist. Kein Wunder, dass sich nun unter seinem Dirigat Les Arts Florissants mit einem reinen Vokalprogramm vorstellt. Die thematische Klammer der CD ist der in der Barockmusik weit verbreitete musikalische Affekt der Klage - italienisch »Lamentazione« - im Rahmen höchst ausdrucksvoller Sakralwerke. Neben Leonardo Leos Miserere und Antonio Caldaras Crucifixus gehört Domenico Scarlattis Stabat Mater zu den unbedingt entdeckenswerten Kompositionen auf dieser CD. Nach den Konzerten in Frankreich überschrieb die Zeitung Le Progrès den Bericht über die perfekt agierenden Stimmen mit der Headline »ein goldener Chor«.